Der US-Dollar erfährt derzeit eine deutliche Abschwächung. Dieser Prozess dauert nun schon seit mehreren Quartalen an und ist nach Ansicht vieler Analysten noch nicht abgeschlossen. Gleichzeitig sind die Umrisse einer künftigen Erholung bereits sichtbar. Hier ist, wie es jetzt aussieht und was in naher Zukunft zu erwarten ist.
Die Hauptgründe sind die Verlangsamung der US-Wirtschaft und die Lockerung der Politik der Federal Reserve. Der Markt sieht den Dollar nicht mehr wie früher als unangefochtenen "König" an. Morgan Stanley zufolge wird die Kombination aus lockerer Geldpolitik und einer allmählichen Abflachung des globalen Wachstums in der ersten Hälfte des Jahres 2026 einen anhaltenden Druck auf den Dollar erzeugen.
In dem Maße, wie die weltweite Inflation zurückgeht und die Handelskriege ein wenig nachlassen, beginnt das Geld aus dem Dollar in andere Währungen und Vermögenswerte zu fließen. Darüber hinaus werden auf Dollar lautende Kredite (Carry Trades) angesichts sinkender Zinsen und steigender Risiken immer unattraktiver.
Höchstwahrscheinlich wird der Dollar in der ersten Jahreshälfte seinen Tiefpunkt erreichen. Der DXY-Index könnte leicht auf ein Niveau fallen, das er seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen hat.
Die Fed wird die Zinsen weiter senken, das US-Wachstum wird moderat bleiben, und die Inflation wird unter Kontrolle bleiben. All dies zusammen schafft ideale Bedingungen für eine weitere Schwächung der US-Währung.
Ab Mitte des Jahres wird sich die Situation ändern. Die Fed wird ihren Hauptzyklus von Zinssenkungen abschließen, und die US-Zinsen werden im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften wieder attraktiver werden.
Darüber hinaus wird sich das Wachstum des US-BIP allmählich beschleunigen. Diese beiden Faktoren - stabilere Zinssätze und eine bessere Wirtschaftsdynamik - werden den Dollar wieder erstarken lassen.

Ein schwacher Dollar macht US-Exporte billiger und Importe teurer. Für viele Länder ist dies eine Chance, ihre Verkäufe in die USA zu steigern.
Die Anleger wenden sich nun anderen Währungen, Rohstoffen und Gold zu. Bis zum Jahresende dürfte der Dollar jedoch zu einer zuverlässigen Absicherung gegen das Risiko eines Kursrückgangs für diejenigen werden, die Stabilität schätzen.
Der Dollar wird nicht verschwinden und seinen Status als Reservewährung nicht für immer verlieren. Er durchläuft derzeit eine Korrekturphase, nach der er wahrscheinlich einen neuen, etwas niedrigeren, aber stabilen Gleichgewichtspunkt finden wird, so Morgan Stanley.
Das Wichtigste ist, bei einem Rückgang nicht in Panik zu verfallen und bei einer Erholung nicht überstürzt zu feiern. Der Markt holt nur noch einmal tief Luft, bevor er den nächsten Schritt macht.
Quelle: Morgan Stanley
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